Our Girls
In dem Kontext wird selbst Brahms unhörbar. Der Eröffnungsfilm der diesjährigen Diagonale ist eine von österreichischen Fördergeldern durchgefütterte Arthouse-Sterbehilfe und Moralpredigt, die wenn man dem Regisseur an den Lippen hing, highly artistic und außergewöhnlich sein soll. Hatte beim sehen direkt mindestens 2 bessere, wenngleich stilistisch beinah identische Filme im Kopf: "Nichts passiert" von Micha Lewinsky und die frühen, noch unbefleckten Östlund-Verfilmungen, ach was, die ganze skandinavische Sippschaft kannst du hier als Vergleich bemühen und du lägst selten falsch. Die eigens erwähnten Kamerakniffe von "Österreichs größtem Cinematographen" Martin Gschlacht hat ein jedes Augenpaar schon unzählige Male gesehen, aber über irgendwas muss man als Regisseur ja reden, wenn der Film als solcher schon nichts hergibt. Was ich mich auch gefragt habe, warum sich Menschen immer und immer wieder für diese moralisch-bezweckten Konflikte begeistern lassen, warum die Parteinahme wichtiger ist, als ein kritischer Blick auf die bemühte Moral als solche, die ja letztlich nur ein paar Haken schlägt und zum Grundausgangspunkt des Diskurses zurückkehrt. Ist es diese kollektive Lohnarbeiter-Bückstellung, nicht das sichere Gefilde einer bleibenden Anstellung zu verlassen, um ein ums andere Mal die selben aufgewärmten Küchentischdiskussionen zu führen? "We did not improvise a syllable" - was du nicht sagst...